Geometrie und Kunst

Inspiration und Triebfeder für die Wissenschaft der Renaissance war die Übersetzung antiker Texte. Florenz stand mit dem neuplatonischen Philosophen Marsilio Ficino (1433 -1499) im Zentrum einer humanistischen Bewegung. Die wiederentdeckten Ideen der Antike verbreiteten sich rasant, und italienische Künstler verarbeiteten sie in ihren Werken. Zu den führenden Vertretern gehören Masaccio, Piero della Francesca, Leonardo da Vinci, Paolo Uccello und Luca Pacioli. Zu Künstlern der deutschen Renaissance zählen Albrecht Dürer, Hieronymus Rodler, Augustin Hirschvogel oder Heinrich Lautensack. Die in der Renaissance aufkommenden Druckerpressen machten die geometrischen Zeichnungen von Künstlern wie Wenzel Jamnitzer und Lorenz Stöer bekannt.
Die Reinheit der Geometrie machte sie zu einem Objekt spiritueller Erkenntnis. Für die Pythagoreer wie später für Platon schwang bei der Beschäftigung mit der Geometrie folglich stets eine religiöse Dimension mit. Und da viele ihrer Vorstellungen ins abendländische Denken Einzug hielten, bleibt diese gedankliche Verbindung zum Jenseitigen bis heute erhalten.

David Wade: 2017
224 Seiten
Hardcover

 
14,95 EUR